Entwurf für eine Fassadenmalerei mit Szenen aus dem Leben Petri Zeichnung uri icon

Beham, Georg
(Zeichner_in) Umkreis
München, um 1610

Hoffmann, Thomas
(Zeichner_in) alternative Zuschreibung

Feder, Pinsel, getuscht, laviert auf Papier

Aktuelle Inventar-Nr.

  • kl D Z 34: 4

Alte Inventar-Nr.

  • XXIa
  • kl D Z 34

Beschriftung

  • Beschriftung auf Trägermaterial
    Transcription: u.r. (Bleistift): München, ca. 1610/20 / Geissler
    (Kommentar zum Werk)
    Person: Geissler, Heinrich (Forscher_in)
  • Beschriftung auf Trägermaterial
    Transcription: verso u.m. (Bleistift): Facadendecorat. / Augsbg. 17. Jhdt.
    (Kommentar zum Werk)
  • Beschriftung auf Trägermaterial
    Transcription: verso m. (Bleistift): Anonym
    (Kommentar zum Werk)
  • Beschriftung auf Trägermaterial
    Transcription: u.l. (Bleistift): Süddeutsch, ca. 1650 / Facadenmalerei
    (Kommentar zum Werk)
    Person: Haupt, Albrecht (Sammler_in)

Maße

  • Träger: 32,4 cm x 44,2 cm
  • Blatt: 23,0 cm x 36,0 cm

Beschreibung

  • Im Genre der großflächigen Wand- bzw. Fassadenmalerei ist für die Jahrzehnte um 1600 eine enge Verbindung zwischen der Reichsstadt Augsburg und der Residenzstadt München zu beobachten. Für München sind in dieser Zeit besonders die Künstler Johann Melchior Bocksberger (um 1530-1587), Christoph Schwarz (um 1548-1592) und ihre Schüler Hans Krumper (um 1570-1634), Georg Beham (auch: Pecham (1568-1604)) und Christoph Zimmermann als Fassadenmaler zu nennen. Bedeutende Künstler wie Johann Rottenhammer (1564/1565-1625) oder Johann Matthias Kager (1575-1634), der 1604 die Malergerechtigkeit in Augsburg erlangte, zog es wiederum nach Augsburg.
    Im Zusammenhang mit dem hier vorliegenden Blatt eines Fassadenentwurfs aus der Sammlung Haupts kann auf ein Projekt Georg Behams verwiesen werden. Beham hatte, pro forma unter Ägide des örtlichen Malers Zimprecht Bauser, für den Augsburger Kaufmann Martin Pfeiffelmann 1594 eine monumentale – heute lediglich über eine historische Abbildung überlieferte – Fassadenmalerei ausführen können (sog. ‚Pfeiffelmannhaus‘, heute Philippine-Welser-Straße 13, wiedererrichtet nach dem 2. Weltkrieg). Im Aufbau der Scheinarchitektur und der Integration der Bildszenen, sowie auch in manchen Details der dekorativen Motive erinnert der Entwurf aus der Sammlung Haupt sehr an Behams Fassade dieses Hauses und dürfte daher vermutlich in einer direkten Nachfolge stehen.
    Heinrich Geissler, Kunsthistoriker und Experte für deutsche Zeichnungen des 16. und 17. Jahrhunderts, stufte das Blatt 1977 in einer Mitteilung an den damaligen Sammlungskurator Ulrich Ott als „sicher Münchnerisch“ ein und ergänzte „vielleicht Thomas Hoffmann“[?] (um 1600-1646). In der Tat verweisen die für Augsburger Malereien untypischen biblischen Szenerien aus dem Leben Petri und die klerikalen Verweise (Mönch, Bischof und Kardinal) eher auf einen Entwurf für ein Gebäude in München – die Abhängigkeit zum Augsburger Vorbild, besonders im strukturellen Konzept, ist aber offensichtlich.

Erfasser_in

  • Simon Paulus

Sekundärliteratur

  • Paulus, Simon: Teilaufriß einer gemalten Wandgliederung für den Goldenen Saal des Augsburger Rathauses, Katalogeintrag in: Markus Jager und Simon Paulus (Hg.): Architekturzeichnungen der Sammlung Haupt, Petersberg 2023, S. 231, dort auch Anm. 8
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